24.04.2014

Multiprofessioneller Gesprächskreis, “Qualitätszirkel - Palliativversorgung Siegen-Wittgenstein-Olpe” 2014

Ort:
Verwaltungszentrum 1 der Sparkasse Siegen, 7. OG, Morleystraße 2, 57072 Siegen

Termin:
Mittwoch, 7. Mai, 18 - 20 Uhr

Thema:
“Einblicke in die Versorgungsrealität für Menschen am Lebensende auf einem Kontinent-Afrika - eine medizinische Reise durch Namibia”
Referentin:
Dr. med. Sandra Meinert
Ärztin für Allgemeinmedizin, Onkologie und Palliativversorgung in Windhoek Namibia

“Fallvorstellung”
Referenten:
Matthias Zahn
Regina Mansfeld-Nies

Zertifiziert bei der ÄKWL mit 3 Punkten

Termine der Veranstaltungen 2014: 7. Mai, 3. September und 6. November

21.03.2008

Pflege in der Palliativmedizin

“Das Sterben eines Menschen bleibt als wichtige Erinnerung zurück bei denen, die weiterleben.
Aus Rücksicht auf sie, aber auch aus Rücksicht auf den Sterbenden ist es unsere Aufgabe, einerseits zu wissen, was Schmerz und Leid verursacht, andererseits zu wissen, wie wir diese Beschwerden effektiv behandeln können.
Was immer in denletzten Stunden eines Menschen geschieht, kann viele bestehende Wunden heilen, es kann aber auch als unerträgliche Erinnerung verbleiben, die den Weg durch die Trauer verhindert”.
Cicely Saunders

Palliativmedizin (international üblicher Fachausdruck: Palliative Care) ist ein umfassendes Konzept für den angemessenen Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden.

Definition der WHO
Nach der neuesten Definition der WHO handelt es sich um einen Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.

Um diese Ziele zu erreichen, sind die Bemühungen eines Teams aus Ärzten, Pflegepersonal, Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern, Psychotherapeuten und auch ehrenamtlichen Helfern nötig. Für alle in diesem sensiblen Bereich der Medizin Tätige stellt somit die interprofessionelle Zusammenarbeit eine wichtige Voraussetzung für eine suffiziente Arbeit dar.

Elemente der Palliativmedizin
Nach Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospizbewegung, sind entscheidende Elemente der Palliativmedizin u.a.

  • Symptomkontrolle und Schmerztherapie
  • Verpflichtung zur kontinuierlichen Betreuung und Unterstützung der PatientInnen und ihrer Angehörigen.
  • Angebot weiterer Unterstützung der Hinterbliebenen über den Tod des Betreuten hinaus
  • Interprofessionelles Team, individuelle Behandlung jeder Patientin und jedes Patienten mit Koordination des Teams durch das zuständige Teammitglied
  • Integration ehrenamtlicher MitarbeiterInnen
  • Verantwortlichkeit für Team und Supervision
  • Unterricht und Ausbildung

Ziele
Ziele palliativmedizinischer Betreuung sind ein angemessener Umgang mit Leben, Sterben und Tod sowie der Erhalt von Autonomie und Würde Schwerstkranker und Sterbender.

Pflege in der Palliativmedizin
Der Einsatz von Hightech und Apparatemedizin hat nichts daran geändert, dass der Mensch trotz der Beeinflussbarkeit einer Unzahl von Parametern letztlich unberechenbar ist, dennoch genießt die differenzierte Linderung und Begleitung individuellen Leidens in der medizinischen Welt viel weniger Annerkennung als der hoch spezialisierte Kampf gegen die Krankheit.
In der Intensivmedizin, aber auch in der Palliativmedizin, werden heute Handlungsentscheidungen notwendigerweise auch unter dem Gesichtspunkt einer qualitativen Beurteilung einer verbleibenden Lebensperspektive getroffen. Begriffe wie Lebensqualität, Selbstbestimmung, Freiheit, Würde, Identität kennzeichnen heute die Diskussion über den Wert des Lebens.

Die Orientierung auf die individuelle Lebensqualität bedeutet aber auch ein Verlagern des therapeutischen Handlungsinteresse auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten.

Ethisch und moralisch vertretbares Handeln muss nicht nur Lebensqualität und Lebensinteresse, sondern auch das Sterbeinteresse des sterbenskranken Menschen berücksichtigen. Für die Verbesserung der Lebensqualität am Ende des Lebens wird die mit der Palliativmedizin verbundene Hinwendung auf den Menschen in seiner personalen Identität neue Perspektiven eröffnen.

Während heute viele Patienten mit dem Begriff Palliativmedizin immer noch die Vorstellung der Aussichtslosigkeit verbinden, könnte die mit der Palliativmedizin verbundene Neuorientierung wesentlich dazu beitragen, verloren gegangenes Vertrauen und Hoffnung in die Medizin wieder zu gewinnen.

Nicht mehr die Krankheit steht im Mittelpunkt der Bemühungen, sondern der Mensch in seiner schicksalhaften Lebenssituation.

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