21.03.2008

Akuter - chronischer Schmerz

Akuter Schmerz besitzt Warn- und Schutzfunktion - ein sinnvoller Schmerz

Akute Schmerzen warnen uns vor gefährlichen Situationen, wie Verbrennungen… Sie sind ausgelöst von einer äußern (Schnittwunde…) oder inneren (Nierenkolik…) Schädigung. Die Schmerzstärke entspricht dem auslösenden Reiz (schwere Verletzung - viel Schmerzen). Die Lokalisation, also der Ort der Schmerzen, ist klar bestimmbar. Akute Schmerzen haben eine absehbare Zeitdauer und werden durch eine angemessene Therapie beseitigt (z.B. Blinddarmopertaion bei aktuer Entzüdung). Die psychische Belastung ist relativ gering und Verarbeitung ist einfach. Jeder Mensch kennt akute Schmerzen und hat sie selbst schon erlebt, daher ist die gesellschaftliche Akzeptanz des akuten Schmerzes sehr groß.

Aber:
Nichtbehandlung akuter Schmerzen fördert die Chronifizierung und das Entstehen einer eigenständigen Schmerzkrankheit. Der Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen ist groß.
Chronischer Schmerz hat Warn- und Schutzfunktion verloren - eigenständige Schmerzkrankheit

Chronische Schmerzen dauern länger an und sind abgekoppelt vom auslösenden Ereignis. Der Schmerz ist zu einem eigenständigen Krankheit , der Schmerzkrankheit, geworden. Es lassen sich keine konkreten Ursachen und Verbindungen zum vormals auslösenden Ereignis im Körper mehr nachweisen. Die Schmerzstärke ist oft hoch und der Ort der Schmerzwahrnehmung diffus. Der Schmerz hat dann nicht mehr die ursprüngliche nützliche Warnfunktion, sondern führt oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Es kommt zur psychische, physische und soziale Zermürbung.
Die normalen körperlichen Aktivitäten werden eingeschränkt, soziale Kontakte reduziert, und mangelnder Schlaf verstärkt die Problematik noch. Im Laufe der Schmerzkrankheit tretend u.a. psychische Symptome, wie Verstimmtheit, Energielosigkeit, erhöhte Reizbarkeit auf. Dies führt oft zu einer Fehldeutung, da diese Symptome einer alleinigen psychische Ursache zugeschrieben werden. Die sozialen Kontakte zu Familie, Freunden und Berufskollegen werden negativ beeinflusst.
Andererseits können Symptome wie Sorgen, Angst, Traurigkeit und Schlaflosigkeit aber auch als Schmerzverstärker wirken. Ein “Seelischer Schmerz” der z.B. durch den plötzlichen Verlust einer geliebten Person, oder andere belastende Erlebnisse entstanden ist, kann chronische Schmerzen weiter negativ beeinflussen oder mit als auslösender Faktor fungieren. Darauf lässt sich durch soziale (Verständnis, Zuwendung), medizinische (schmerzreduzierende/-dämpfende, und/oder schlaffördernde Medikamente, Akupunktur…) und psychologische Hilfestellung (Selbsthilfegruppen, Gesprächstherapie, Entspannungsmethoden) jedoch oft häufig Einfluss nehmen.
Weiterhin wird dem chronischen Schmerz kaum gesellschaftliche Akzeptanz entgegengebracht.

Schmerztherapie

Chronische Schmerzen machen eine langfristige und vielschichtige Schmerzherapie unumgänglich. Das Schmerzbild selbst bestimmt hier die
Kombination an Therapiemaßnahmen die zur Anwendung kommen. Mögliche
Maßnahmen zur Schmerzbekämpfung umfassen eine medikamentöse Therapie,
Techniken der Lokalanästhesie, psychologische- und
Entspannungsverfahren, Methoden der physikalischen Medizin, Methoden
der Naturheilkunde und der traditionell chinesischen Medizin, bis zu
(neuro-) chirurgischen Maßnahmen.
Hauptziel der Schmerztherapie ist die Reduktion der Schmerzen auf ein individuell erträgliches Maß zur
Erhaltung oder Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit, Steigerung der Lebensqualität, Erhaltung der Unabhängigkeit und Wiedereingliederung ins souiale Leben.

Das ideale Ziel der Schmerzfreiheit ist bei einem chronischen Schmerzgeschehen selten zu erreichen, deshab ist zu Beginn einer jeden langfristigen Schmerzbehandlung eine Therapieplanung mit einem realistisches Therapieziel mit dem Patienten zu besprechen. Ansonsten kann eine zu grosse Erwartungshaltung bei dem Patienten und dem behandelnden Arzt zu Enttäuschung führen.

19.03.2008

Krankheitsbilder

Folgende Krankheitsbilder können in unserer Praxis für Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin behandelt werden:

Kopfschmerzen
Gesichtsschmerzen
Migräne
Gesichtsschmerzen
Kopfschmerzen
anhaltende Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen
Schmerzen nach Bandscheibenoperationen
chronische Schmerzen des Bewegungsapparates (einschl. Fibromyalgie)
Nervenschmerzen
Phantom- und Stumpfschmerzen
Gürtelrosenschmerzen (Herpes zoster)
Sympathisch unterhaltene Schmerzen
Morbus Sudeck (sympathische Reflexdystrophie, CRPS)
Narbenschmerzen
durchblutungsbedingte Schmerzen (AVK)
Tumorschmerzen
unklare Schmerzsyndrome
Schmerzen ohne erkennbare Ursache
Entzugsbehandlung bei Medikamentenmissbrauch
Schmerzprävention

            17.03.2008

            Behandlungsmethoden

            Folgende Behandlungsmethoden werden in unserer Schmerzpraxis durchgeführt:

            • Ambulante akute und chronische Schmerztherapie mit der Möglichkeit der stationären schmerztherapeutischen Betreuung
            • Palliativmedizinische Versorgung von Menschen am Lebensende
            • Psychosomatische Grundversorgung
            • Medikamentöse Schmerztherapie
            • Therapeutische Lokal- und Leitungsanästhesien (Einbringen von Lokalanästhetika an schmerzhafte Stellen)
            • Stimulationstechniken z.B. TENS (transcutane elektrische Nervenstimmulation)
            • Rückenmarksnahe Opioidbehandlungen
            • invasive Schmerztherapie (Nervenblockaden, Periduralanalgesien, Anlage von Schmerzkathetern, Implantation von Schmerzpumpen)
            • Sympathikusblockaden
            • Plexusanästhesien
            • Physikalische Therapien
            • Akupuntur
            • Übende Verfahren (z.B. progressive Muskelentspannung nach Jacobsen)
            • Gesprächstherapie
            • Schmerzbewältigungstraining
            • Hausbesuche

            Kategorien